Wachkoma (apallisches Syndrom)

WachkomaBeim Wachkoma (auch apallisches Syndrom) ist das Gehirn schwerst gesch├Ądigt. Ursachen k├Ânnen Unf├Ąlle, Hirnhautentz├╝ndung, Schlaganf├Ąlle, Sauerstoffmangel oder Tumore sein.

Betroffen ist ├╝berwiegend das Gro├čhirn, das infolge der Sch├Ądigung gr├Â├čere oder alle Teile seiner Funktion verliert. Nach dem anf├Ąnglichen Stadium, das nur auf einer Intensivstation behandelt werden kann, kommt es entweder zu einer mehr oder weniger guten Erholung der Hirnfunktion oder der Betroffene verbleibt in einem komat├Âsen Wach-Stadium.

Beatmet wird in der klinischen Behandlung invasiv. Dabei wird nach einem Luftr├Âhrenschnitt eine Trachealkan├╝le gelegt, ├╝ber die die Versorgung mit Atemluft stattfindet. Auch wenn nicht mehr k├╝nstlich beatmet werden muss, verbleibt die Trachealkan├╝le oft in der Luftr├Âhre, um den Betroffenen optimal pflegerisch versorgen zu k├Ânnen und Pneumonien (Lungenentz├╝ndungen) als Folge von Aspirationen wegen Schluckst├Ârungen vorbeugen zu k├Ânnen. Der Patient muss intensiv gepflegt werden und ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Definition (nach Zieger 2004)

WachkomaNach einer traumatischen Hirnverletzung, schweren Hirnschlag oder einer anderen schweren Hirnscha╠łdigung durch z.B Tumore,Sauerstoffmangel in Gehirn infolge eines Herz-Kreislaufstillstandes) fallen viele Patienten in ein Koma. Sie haben die Augen geschlossen, sind bewusstlos und zeigen keine Reaktionen auf a╠łu├čere Reize wie Ansprache, Beru╠łhrung oder Schmerzreize. Sie haben keinen erkennbaren Schlaf-Wach-Rhythmus und mu╠łssen beatmet werden. Wenn ein Patient nicht nach 2-4 Wochen aus dem Koma erwacht, tritt er in der Regel in das Wachkoma u╠łber dies wird auch Coma vigile oder vegetative state genannt.

Diese Patienten zeigen einen gewissen Schlaf-Wach-Rhythmus d.h. die Augen sind phasenweise geo╠łffnet der Blick ist jedoch starr und leer sie scheinen durch andere Menschen hindurchzuschauen. Weiterhin fehlt das Bewusstsein u╠łber sich selbst und die Umwelt. Kommunikation und sinnvolles willku╠łrliches Verhalten auf a╠łu├čere Reize fehlen, jedoch reagieren sie ungerichtet auf Schmerz,starkes Licht und laute Gera╠łusche.Sie atmen spontan und mu╠łssen nicht mehr beatmet werden. Die Kreislaufsituation ist stabil.

Obwohl diese Menschen scheinbar nicht fa╠łhig sind, Kontakt zu Ihrer Au├čenwelt aufzunehmen, werden immer wieder Verhaltensweisen beobachtet die als Inseln von Bewusstsein und Wahrnehmung interpretiert werden ko╠łnnen. Die Patienten auf a╠łu├čere Reize mit Lautieren, Weinen oder Lachen. In Einzelfa╠łllen kann auch ein Ja/Nein Code durch Augenschlie├čen/ Augeno╠łffnen entwickelt werden. Immer mehr Neurologen nennen diese Reaktion nicht mehr ÔÇ×unwillku╠łrliche ReflexeÔÇť sondern ÔÇ×minimally conscious stateÔÇť oder ÔÇ×minimally responsive stateÔÇť ( minimaler Bewusstseinszustand)

Der Neurologe Andreas Zieger ha╠łlt unmissversta╠łndlich fest:

ÔÇťMenschen im Koma oder Wachkoma sind weder Hirntote noch Sterbende, sondern schwerstkranke, lebende und empfindsame Menschen, die solange sie leben, mit Leib und Seele mit der Umgebung und mit anderen Menschen verbunden sindÔÇť (Zieger 2004)